Die kleinen Strolche e.V.
Im Heidegarten 11
53639 Königswinter
Tel.: 02244 / 63 22
E-Mail: info@strolche-rauschendorf.de

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Herzlich Willkommen auf der Website

der Elterninitiative „Die kleinen Strolche“ e.V.

 

Unser Kindergarten befindet sich in herrlich ländlicher Umgebung und ist von Eltern aus Bockeroth, Scheuren und Rauschendorf 1996 gegründet worden.

Die eingruppige Einrichtung mit bis zu 25 Plätzen ist beim Jugendamt Königswinter anerkannt. Alle Mitglieder des Vereins sind Träger der konfessionslosen Elterninitiative, unter dem Dachverband des Paritätischen Landeswohlfahrtsverbandes Nordrhein-Westfalen e.V.

 

 

Pädagogisches Konzept

 
Vorwort
 
Dieses Konzept soll Eltern einen Einblick über die Ar­beit des Kindergartens verschaffen. Es definiert die übergeordneten Grundsätze, die der pädagogischen Arbeit im Kindergarten „Die kleinen Strolche" zu Grun­de liegen. Hierbei sind vor allem der situative Ansatz und die Förderung zur Selbständigkeit wichtig, die von den Kindern in einer Atmosphäre der Geborgenheit und spielerischen Anregung erfahren werden sollen.
Die Erziehung und die Förderung der Kinder im Kin­dergarten soll ohne Leistungsdruck und nach dem Prinzip der Ganzheitlichkeit stattfinden. Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten und Grenzen. Mädchen und Jungen sollen gleichberechtigt behandelt werden.
Der Kindergarten ist eine Elterninitiative und dies be­deutet, dass die Mitarbeit der Eltern erwünscht und auch erforderlich ist, um einen reibungslosen Ablauf im Kindergarten zu gewährleisten. Die Trägerschaft des Kindergartens liegt in den Händen der Vereinsmitglie­der, die durch den jeweilig gewählten Vorstand vertre­ten werden. Er soll deshalb auch ein Kindergarten sein, der den Betreuungsbedürfnissen der Eltern Rechnung trägt, z.B. in den Betreuungs-Zeiten.
 
 
Der situative Ansatz

Der „situative Ansatz" will typische Lebenssituationen der Kinder und der Erzieher, sogenannte Schlüssel­situationen, spontan aufgreifen, sie gemeinsam mit Kindern und Erziehern erkunden, erklären und die Fä­higkeiten zur Bewältigung der Situation oder der in ihr erfahrenen Problematik entwickeln. Dies kann zu Ab­weichungen vom Rahmenplan führen. Der situative Ansatz knüpft an jene pädagogischen Richtungen an, die vom Lebens- und Erfahrungsraum der Kinder aus­gehend weitgehend selbstbestimmt lernen lassen.Beispiel: Ein Kind erzählt, dass jemand aus seinem Bekanntenkreis ein Baby bekommen hat. Dieses Thema wird von den Erziehern mit den Kindern evtl. unter Einbeziehung von Personen, Materialien  und Büchern be­sprochen.
 
 
Selbständigkeit

Die Erzieher versuchen, die Kinder zur Selbständigkeit in allen Bereichen anzuleiten. Der Ausspruch von Maria Montessori „Hilf mir es selbst zu tun" ist ein Grundsatz unserer Arbeit. Im Mittelpunkt steht das Kind, dessen Entwicklung zur eigenständigen Person das oberste Ziel aller Erziehung in den verschiedenen Lebensbereichen ist.
Beispiel: Im Laufe der Zeit lernen die Kinder sowohl das Tischdecken vor dem Frühstück als auch das Vor­bereiten des Essens oder das eigenständige Anzie­hen.
Die Kinder dürfen selbständig entscheiden, wann sie aufs Außengelände gehen und können dort auch un­gestört spielen!
Das Prinzip des situativen Handelns und der Selb­ständigkeit beeinflusst auch alle nachstehenden kon­kreteren Punkte der Kindergartenarbeit.
 
 
1. Feste und Gesellschaft

Unser Kindergarten ist konfessionsunabhängig. Wir wollen aber den Kindern die Gesellschaft und Umgebung, in der sie leben, nahe bringen. D.h. Feste im Jahresablauf, z.B. Ostern und Weih­nachten sowie Traditionen unserer Region wer­den mit den Kindern besprochen und gefeiert. Wir besuchen Einrichtungen (z.B. Feuerwehr, WDR, Schuster, Bücherei, Haus der Geschichte, Bäcker) in unserer Umge­bung und kulturelle Veranstaltungen. Besondere Ereignisse werden aufgegriffen und erfahrbar gemacht (z.B. Sonnenfinsternis, politische Situa­tion).
 
 
2. Vertrauen und Wohlfühlen

Unser Ziel ist es, für die Kinder ansprechende Räumlichkeiten zu schaffen, in denen sie sich wohl fühlen und gerne aufhalten. Die Erzieher ver­suchen ein Verhältnis zu den Kindern aufzubauen, in dem sie die Kinder grundsätzlich annehmen, so wie sie sind. Die Kinder sollen das Gefühl haben, jederzeit mit ihren Erlebnissen, Problemen und Ängsten zu den Erziehern gehen zu können sowie selbständig Dinge für sich entscheiden zu dürfen. Gegenseitiges Vertrauen ist hierbei die wichtigste Voraussetzung. Auch durch gemeinsame Spiele und Lieder entsteht ein tiefes Geborgenheits­gefühl.
 
 
3.  Spielzeug

Durch Spielen können die Kinder am besten Dinge begreifen sowie die eigene Fantasie und Kreativität sowie ihre Fähigkeiten entdecken. Kinder benö­tigen hierzu oft wenig vorgefertigtes Spielzeug, so dass der Kindergarten sich entschieden hat, als „spielzeugreduzierte Einrichtung" nur eine be­grenzte Anzahl an Spielsachen zur Verfügung zu stellen, diese aber regelmäßig auszutauschen und zu erneuern, um neue Anregungen zu liefern. Die Kinder haben in den Gruppenräumen freien Zu­gang zu verschiedenen, altersgemäßen Spiel- und Bastelmaterialien sowie Büchern. Sie können selbst bestimmen, mit wem und was sie spielen wollen, lernen aber auch, nicht mehr gewollte Ge­genstände wieder aufzuräumen und an den dafür vorgesehenen Platz zu legen. Die Erzieher gehen auf ihre Wünsche und Vorstellungen ein und ge­ben ihnen Anregungen.
 
 
4.  Konfliktsituationen
 
Die Erzieher nehmen in einer Konfliktsituation eine beobachtende Position ein und greifen erst schlichtend ein, wenn die Situation zu eskalieren droht. Bis dahin geben sie den Kindern die Mög­lichkeit, Konflikte auszuleben und eigenständige Lösungen zu finden.
Beispiel: Wenn zwei Kinder sich um einen Stift streiten, ist dies anders zu bewerten, als wenn zwei Kinder ein einzelnes Kind zanken. Bei dem letzten Beispiel kann das betroffene Kind in eine Situation kommen, welche die Möglichkeit einer eigenen Konfliktbewältigung stark einschränkt.
 
 
5.  Werken / Kreativität

Die Kinder dürfen vielfältige Materialerfahrungen mit möglichst wenig Einschränkungen durch Äs­thetik und Sauberkeitsvorstellungen der Er­wachsenen machen. Sie können Ideen entwickeln und diese gemäß ihren Fähigkeiten umsetzen. Nicht das Ergebnis steht im Vordergrund, sondern vielmehr der experimentelle Prozess. Bei der Ma­terialauswahl werden gerne selbstgesuchte Natur­materialien oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs eingesetzt.
Beispiel: Es besteht für die Kinder die Möglichkeit, sich an der Werkbank kreativ zu entfalten. Die Kinder haben freien Zugang zu dem dafür nötigen Werkzeug. Die Wünsche und Ideen der Kinder werden aufgegriffen und nach Möglichkeit umge­setzt.
 

6.  Bewegungserziehung

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Kinder­gartenarbeit. Durch tägliches Spielen im Außengelände und regelmäßige Sparziergänge schulen die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten. Darüber hinaus bietet insbesondere der Gruppenneben­raum den Kindern die Möglichkeit, mit Kissen und anderen weichen Materialien zu toben, springen und sich zu bewegen.
Gezielte Turn- oder Spielangebote befähigen die Kinder, ihren Körper in den verschiedenen Bewegungsabläufen wahrzunehmen. Die Wege durchs Dorf fördern und trainiert die Verkehrssicherheit der Kinder und ist gleichzeitig ein Einüben des späteren Schulwe­ges.
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7.  Musikalisch-rhythmische Erziehung
 
Durch Gesang, Musik hören und Bewegung zur Musik werden erste musikalische Erfahrungen vermittelt. Im Stuhl- und Sitzkreisen, aber auch auf unseren Spaziergängen, werden Lieder ­mit den Kindern gesungen. Des Weiteren werden die Kinder spielerisch an verschiedene Instru­mente herangeführt. Sie haben nach Absprache mit den Erziehern Zugang zu verschiedenen Mu­sikinstrumenten.
 
 
8.  Umwelterziehung

Es ist dem Kindergarten ein wichtiges Anliegen, die Kinder über Zusammenhänge von Mensch und Natur aufzuklären. Die Kinder sollen ökologische Zusammenhänge erkennen, um später mit Freude eigene Verant­wortung für die Umwelt zu übernehmen.
Beispiel: Regelmäßig geht die Gruppe zum nahe gelegenen Lauterbach, um während des Weges an praktischen Beispielen die Umwelt zu begreifen und zu erfahren. Ziel ist es, verantwortlichen Umgang mit Pflanzen und Tieren im natürlichen Lebensraum zu erlernen.
 
 
9.  Sexualerziehung

Sexualität ist kein Tabuthema. Die Fragen der Kinder bezüglich Zeugung, Schwangerschaft, Ge­burt etc. werden altersgemäß und dem Entwick­lungsstand des Kindes entsprechend beantwortet. Die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstbestimmung kann dazu beitragen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen. Die Kinder erfahren in spielerischer Art und Weise auch ein klares Nein ihrem Gegenüber zu äußern, wenn sie zu Körperkontakt nicht bereit sind.
 

10.  Essen

Die Kinder dürfen ihr mitgebrachtes Frühstück es­sen, wenn sie Hunger haben. (Kernzeit 7:30 bis 10 Uhr). Einmal in der Woche findet ein gemeinsames Frühstück statt. Die Eltern werden gebeten, keine Süßigkeiten mitzugeben. Bei Festen wird Alkohol in Anwesenheit der Kinder nicht angeboten.
 
 
11.  Schnupper- und Geschwisternachmittag

Wir möchten zukünftigen Kindergartenkindern und Geschwistern einen Einblick in unsere Arbeit er­möglichen. Geschwisterbesuche können individuell vereinbart werden.
 

12.  Vorschulerziehung

Die Vorschule soll den Übergang vom Kindergarten in die Schule erleichtern und die Kinder voll Freude und Motivation auf den Schulbesuch vorbereiten.
Ziel der vielfältigen Angebote ist es, die Entwicklung des Kindes im Hinblick auf seine Schulfähigkeit zu unterstützen und orientiert sich an der Bildungsvereinbarung NRW. Die Erzieher führen ein Jahr vor Schulbeginn, zweimal pro Woche, die Vorschule durch.
 
 
13.  Pädagogisches Handeln für unter 3-jährige Kinder

Eine einfühlsame Eingewöhnung bildet die Grundlage  für den Aufbau einer sicheren Bindung an die neuen Bezugspersonen. Um den Kindern vielfältige Entwicklungsanreize und Raum für Selbstbildungsprozesse zu bieten, ist entsprechendes Spielmaterial und pädagogische Kompetenz wichtig. Die unterschiedlichen Zeitrhythmen und Bedürfnisse 2-järiger Kinder, werden bei der Gestaltung des Tagesablaufs  berücksichtigt und mit den Eltern besprochen. Besonders während den Malzeiten und Pflegesituationen gilt es, den Kindern Zeit und ein besonderes Maß an liebevollem Respekt entgegen zubringen.
 
 
14.       Sprachförderung
Kinder erwerben Sprache quasi von selbst. Voraussetzung ist jedoch ein Umfeld, in dem die Grundsätze kindlicher Spracherwerbsprozesse  berücksichtigt werden: Kinder erwerben Sprache durch Imitation und Verstärkung, unbewusst-intuitiv, ganzheitlich, in Interaktion und konkreter Handlung. An diesen Prinzipien muss Sprachförderung  im Kindergarten ansetzten, um Kinder wirklich zu erreichen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen – das gilt für ein- und zweisprachig aufwachsende Kinder gleichermaßen. Im einzelnen: Wir sind  für die Kinder  sprachliche Vorbilder; wir führen viele Gespräche mit den Kindern, sie sind feste Bestandteile im Alltag; Zeit, Ruhe und Interesse am Zuhören; Spaß und Freude mit und an Sprache, durch Spiele, Bewegung und Musik; u.v.m.
 
 
 

Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern in der Praxis
 
Erzieher

Zwischen Eltern und Erziehern muss auf der Grundlage der pädagogischen Konzeption eine tragfähige Vertrauensbasis bestehen. Dieses lässt eine freie Gestaltung der Arbeit durch das Erzieherteam zu.
Mitarbeitungsmöglichkeiten der Eltern bestehen im Rahmen gemeinsamer Absprachen und der Zusammenarbeit im Elternrat.
Die Erzieher müssen die Inhalte des pädagogischen Konzeptes bejahen und sollen ihr Handeln an den Zielen der pädagogischen Konzeption ausrichten.
 
 
Eltern

Eltern, die Mitglieder der Elterninitiative „Die kleinen Strolche e.V.“ sind, müssen die Inhalte der pädagogischen Konzeption mittragen. Dazu gehören auch die Übernahme konkreter Aufgaben wie Elternbetreuungsdienste, Gartenarbeit, Renovierungsarbeiten etc.
Wenn wir als Eltern besondere Anforderungen an Erzieher stellen, müssen wir natürlich auch bereit sein, dieselben bzw. entsprechenden Anforderungen an uns zu stellen. Dazu gehören auch die Bereitschaft, Kritik offen gegenüber der betroffenen Person zu äußern und die Bereitschaft, selbst Kritik zu ertragen, zu überdenken und gegebenenfalls auch umzusetzen.

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